Schellatine 

Plötzlich und unerwartet platzte es im Verlauf des gemütlichen Abends aus ihm heraus. "Sä moa, Spatz", wandte sich der begabte Sänger an seine bessere Hälfte, "wodds du dinn Noachbarin ned noch wad froae wäje dem Schälln?" Auf gut deutsch: "Sag mal, Egefrau, wolltest du deine Nachbarin nicht noch etwas fragen bezüglich des Schellens?"

Nun, mit Schellen verbindet der Normalbürger Begriffe wie Läuten, Klingeln oder ähnliches. Nicht so dieses Müsener Original. In eine ganze Armada verständisloser Augen blickend, zögerte er einen Augenblick, um alsdann ein zweites Teil des Rätzelpuzzels preiszugeben: "Wäje däm Kooche, mein ech." - "Wegen des Kuchens, meine ich."

Zumindest bei der Gattin klingelte es nun: "Auch, du meinst die Gellatine!" "Jo, genau, die meinde ech." Klingt ja auch ähnlich, auch wenn es anders geschrieben wird. Gelatine - oder Schellatine? - gab's übrigens ebenso wenig wie einen Preis für den Lacher des Abends, stattdessen ein paar Päckchen Tortenguss.

Quelle: Siegener Zeitung, 20.01.2009