Zuviel Feuer für den Flieger 

Es stimmt, für ein Dorf hat Müsen allerhand zu bieten. Sogar zeitweise einen Hafen, wenn nämlich das Feuerwehrboot "Muzena" alle Jahre wieder in See - pardon: ins Freibad - sticht. Was Müsen nicht besitzt, ist ein Flughafen. Das - und vielleicht das eine oder andere mehr - unterscheidet den alten Bergmannsort von München, Frankfurt oder Berlin.

Vor diesem Hintergrund ist es verzeihlich, wenn sich Selten-Flieger aus dem Rothenbachtal mit den neuesten, immer strengeren Sicherheitsbestimmungen nicht bis ins Detail auskennen. Das klein-ste Detail war im konkreten Fall ein Feuerzeug zu viel. Es steckte in der Handtasche einer Müsenerin und wurde beim Sicherheitscheck am Flughafen Köln-Bonn ertappt. Woher die Mittdreißiger es hatte, ist nicht bekannt. Bekannt ist indes, dass Menschen in ihrer Nähe nicht selten den Verlust ihres Anzünders beklagen.

Wie dem auch sei. Beim Durchleuchten des für Damen unverzichtbaren Täschchens fiel das Feuerzeug unangenehm auf. "Nur eins ist im Flugzeug erlaubt", belehrte der Sicherheitsbeamte, "zwei sind eins zu viel." Selbst der treueste Dackelblick half zunächst nichts. Die Reisende - Ziel Oktoberfest - sollte sich von ihrem Besitz trennen. Die Trennungskiste für solche Fälle stand schon parat. Doch dann fiel dem Kontrolleur auf:"Wenn ich das richtig sehe, reisen Sie in einer Gruppe." Die Antwort, ein ebenso verständnisloses wie unmissverständliches Nicken. "Na, dann wird doch auch ein Nichtraucher darunter sein, der Ihr Feuerzeug nehmen kann." Klar, die Almut, die kann's. Die hat vor zwei Jahren dem Nikotin abgeschworen. gesagt, getan: Der Mini-Flammenwerfer wechselte das Handgepäck.

Was niemand ahnte: In der Tasche der Nichtraucherin steckte entgegen jedweder Logik noch ein Feuerzeug - eine Altlast sozusagen, versehen mit einer filigranen Gravur. Da zwei eins zu viel sind, musste eines in die Kiste. Welches? Ein kurzer Blick ins verdatterte Antlitz der Müsenerin genügte ...

Quelle: Siegener Zeitung, 29.09.2006