Positionswechsel mit Folgen 

Die Schalke-Arena im Biathlon-Fieber. Über 50.000 Wintersport-Fans verwandelten das Stadion vor wenigen tagen in ein Tollhaus. Tannen und ein Winterdorf zauberten alpenländische Atmosphäre in den Ruhrpott. Auch zahlreiche Siegerländer mochten sich das rasante Langlauf- und Schieß-Spektakel nicht entgehen lassen. Etliche reisten entspannt in Bus-sen an - und einige wenige angespannt wieder zurück.

Es waren derer vier, um genau zu sein. Gut hatten sie sich nach dem Aussteigen den genauen Standort ihres Transport-mittels eingeprägt, um das richtige Gefährt nach dem Wettkampf flugs wiederzufinden. Pech für sie, dass die Fahrzeuge im Laufe des Tages die Plätze wechselten.

Das Schicksal wollte es, dass die vier Siegerländer nach dem Biathlon-Erlebnis getreu dem Motto "Auf die Plätze, fertig, los" zielstrebig auf die gemerkte Position zusteuerten und unverzüglich den dort wartenden Bus erklommen. Leider war es nicht mehr derjenige nach Kreuztal, sondern der nach Siegen. Nun ergibt ein kundiger Blick auf die Straßenkarte, dass beide Zielorte nicht allzu weit auseinander liegen. Gleichwohl geriet der Fahrplan ein wenig durcheinander.

Irgendwo auf dem schier endlos langen Asphaltband namens Autobahn klingelte beim Fahrer des Kreuztaler-Busses das Handy. Am anderen Ende - na ja, der Leitung kann man da nicht sagen - staunte der Fahrer des Siegen-Busses über vier Passagier zu viel an Bord. Eine Zahl, die sich nach kurzer Gegenkontrolle überraschenderweise exakt mit dem Fahrgast-Defizit im Kreuztal-Bus deckte. Da ein fliegender Wechsel als zu riskant erschien, wurde der Personen-Rücktransfer kurzerhand auf eine einsame Raststätte am Rande des schier endlosen Asphaltbands namens Autobahn vollzogen. Ab da stimmte die Rechnung wieder. Einziger Kommentar des Quartetts: " Do sie mer werrer!"

Merke: Wenn zehn Leute im Bus sitzen und 15 aussteigen, dann müssen 5 wieder hinein, damit der Wagen leer ist!     

Quelle: Siegener Zeitung, 05.01.2006

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