Das gehäckselte Haubergs-Handy 

Ach, was war er stolz auf sein OutdoorHandy. Robust und haubergstauglich war das handliche Teil, stabil und formschön zugleich. Wie einst der Colt am Halfter von Matt Dillon hing es lässig an der Gürtelschnalle seines Besitzers. Doch leider währet nicht alles ewiglich. Auch besagtes Handy zerfiel - zwar nicht in Staub, so aber doch in seine Bestandteile. Und das in Sekundenbruchteilen.

Alles begann damit, dass sich der Müsener und sein Freund einen Schredder aus Fellinghausen borgten, um aus knorrigem Astwerk weichen Mulch zu fabrizieren. Dabei passierte es: So wie es jenen berühmten Ring aus Mittelerde magisch zu seinem dunklen Herrscher Sauron zog, so suchte das Handy den Kontakt zur Häckselschnecke. Tatsächlich gelang dies auch. Ein Ast spießte das Mobiltelefon auf und katapultierte es in hohem Bogen mitten in den gierigen Schlund der Maschine.

Die Hoffnung, das kleine Outdoor-Gerät könne die Tortur wenigstens halbwegs unbeschadet überstanden haben, begrub sich rasch unter zwei Kubikmetern Holzschnitzeln. Allenfalls als 1000-Teile-Puzzle hätte es vielleicht noch getaugt.

Ein klitzekleines Wunder stellte sich im Nachhinein aber doch noch ein: Die SIM-Karte, Herzstücke eines jeden Handys, lugte unversehrt aus dem Haufen hervor. Dies ändert freilich nichts an der Tatsache, dass unser Haubergsfreund vorübergehend nur übers Festnetz erreichbar ist.    

Quelle: Siegener Zeitung, 30.08.2005

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