Schatzsuche 

Sprichwörter haben durchaus ihre Berechtigung: Wer sucht, der findet lautet, so eine Redensart. Eine junge Mutter aus einem Dorf nördlich von Dahlbruch fand kürzlich allerlei - nur um ein Haar nicht das, wonach sie eigentlich Ausschau hielt: nach einem Regenschutz für einen Kinderwagen, den Sie einer Freundin vermachen wollte.

Getreu dem Motto "Stöbern macht Spaß" begab sie sich erwartungsfroh auf die Suche. Im Stundentakt arbeitete sie sich vom Keller bis zum Speicher vor. Die Hoffnung, die Kinderwagen-Abdeckung rasch zu ergattern, schwand von Minute zu Minute. Zeitgleich wuchs das Erstaunen über längst vergessene Funde. Als da z.B. wären: ein Gutschein für eine namhafte Parfüm-Marke, ein Geburtstagsgeschenk für die Kleinste (so gut versteckt, dass es das Wiegenfest eingepackt überdauerte), Höschen und T-Shirts sowie Süßigkeiten, die eigentlich für das zurückliegende Osterfest bestimmt waren (wegen der neugierigen Racker ebenfalls so sorgfältig versteckt, dass sie nicht im weichen Moosnest landeten).

Letztlich hatte die "Schatzsuche" in jeder Hinsicht ein Happy End. Kurz vor Einbruch der Dämmerung und Eintreffen der Bekannten stieß die Suchende nämlich auf den Regenschutz - eher zufällig, versteht sich. Die Freude über die Wiederentdeckung gut verborgener Utensilien übermannte die Frau so stark, dass sie ihrer Freundin spontan die Abdeckhaube zum Nulltarif überließ. Außerdem weiß sie seither exakt, wo sich was im Haus befindet. Zumindest vorübergehend ...

Quelle: Siegener Zeitung, 13.05.2005