Nach 35 Jahren Pause ein neuer Anlauf zum Medaillenrang

Uli Bensberg schlug themenbezogene Wanderungen durch Müsen vor. Auch sonst gab es beim Bürgergespräch einiges zu diskutieren.

Müsen. „Unser Dorf hat Zukunft“, sagen sich die Müsener und wollen erstmals seit 1979 wieder am Wettbewerb teilnehmen. Anfangs seien die Sprecher der Vereine noch ein wenig skeptisch gewesen, berichtete Jens Weigand im Rahmen des 13. Dorfgesprächs. Bei einem Treffen, zu dem auch Vertreter der Stadt, des Kreises und der Bewertungskommission anwesend waren, seien die Vorbehalt eausgeräumt worden.

Es gehe nicht darum, ein einheitliches Bild für alle Dörfer im Siegerland zu schaffen, erklärte Weigand den rund 50 Anwesenden: „Wir sollen nicht alle schwarz-weiß werden wie Freudenberg.“ Es gehe um Anstöße und Ideen, das jeweilige Dorf interessanter zu machen, etwa zu überlegen, „ob wir nur ein Schlafort sein wollen oder ob hier weiter gearbeitet und gelernt werden kann.“ Nachhaltige Projekte, die weit über den Wettbewerbszeitraum hinaus für den Ort von Bedeutung sein könnten, sollten daraus erwachsen. „Und das ist doch genau das, warum wir auch unser Bürgerforum hier vor zwei Jahren begonnen haben. Das sind doch genau unsere Ziele“, wünschte sich der Sprecher viele Mitstreiter. Müsen habe schließlich auch jetzt schon viel zu bieten, Schwimmbad, Einzelhandel, Schule und Kindergarten, ein Schaubergwerk, zwei Gaststätten und vieles mehr: „Und wenn wir den Ort nur 300 Meter verlängern“, so Weigand mit dem Blick in den Nachbarort Dahlbruch, „auch ein Hallenbad und ein Kino. Das ist doch was. Das gibt es nicht oft und das ist vielen gar nicht bewusst.“
Jugend und Migranten einbeziehen

Im Gegensatz zu 1979, als der Wettbewerb noch „Unser Dorf soll schöner werden“ hieß, müssen die Müsener sich nicht auf Disziplinierungsversuche gefasst machen. „Damals soll dem einen mehr oder weniger deutlich gemacht worden sein, er habe doch einmal einen Eimer Farbe an seine Fassade zu schmeißen“, erzählt Jens Weigand. Wobei es trotzdem nicht verkehrt sei, für die Begehung mit der Kommission einen Weg auszuarbeiten, der nur die schönen Seiten des Ortes berühre. Es gebe auch heute im Ort „gewisse Ecken, die ich den Leuten nicht unbedingt zeigen will“.

Bei einer Klausurtagung haben die „Müsener für Müsen“ den Stammtisch zum Dorfgespräch gemacht und ihre Initiative zum Bürgerforum umbenannt, „Müsener für Müsen“ habe den einen oder anderen Zugezogenen irritiert, berichtete Weigand, „wir wollen aber alle erreichen“. Ziele für die nächsten Jahre sind unter anderem eine stärkere Einbeziehung der Jugend in die Arbeit für das Dorf sowie Integrationsangebote für Migranten. „Letztlich haben wir doch alle irgendwo einen Zugezogenen in der Ahnentafel“, sagte Jens Weigand.

Sein Vorstandskollege Uli Bensberg stellte eine Idee für Wanderungen vor, mit denen die schönen Seiten des Dorfs regelmäßig ins Bewusstsein der Einwohner und interessierter Nachbarn geholt werden könnten. Hier gab es eine kritische Diskussion. Es gebe schon ähnliche Angebote vom SGV, die eher zögerlich angenommen würden, warfen einige Anwesende ein.

Abgerundet wurde das Bürgergespräch im altem Rathaus mit einem Vortrag des Arztes Matthias Schrader zur medizinischen Versorgung im nördlichen Siegerland. Schrader äußerte sich kritisch zur Notdienstregelung, hielt allerdings die Öffnungszeiten der Apotheken am Wochenende für wesentlich problematischer.

Quelle: derwesten.de, 09.03.2014

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