Die „Next Generation“ möchte Müsen filmreif machen

Müsen. Was führt Darth Vader ins Müsener Freibad? Die Jugendlichen des Film-Projekts „Müsen – Next Generation“ haben da so ihre Ideen.

„Kamera läuft – und Action!“: Diese Regieanweisung wird im Sommer wohl von Jugendlichen in Müsen gerufen. Sie drehen einen Film, der das Dorf aus ihrer Sicht zeigt, und trafen sich nun erstmals zum „Brainstorming“. Für ihren eigenen „Blockbuster“ haben sie viele Ideen: Darth Vader aus „Star Wars“ könnte zum Beispiel das Freibad besuchen oder Indiana Jones den Müsener Wald erkunden.

Unterstützung durch Kreisjugendring

Die evangelische Gemeinschaft, die Dorfgemeinschaft und der TuS Müsen organisieren das Projekt unter dem Arbeitstitel „Müsen – Next Generation“. Das Budget beläuft sich auf 2500 Euro, gefördert wird das Vorhaben vom Kreisjugendring Siegen-Wittgenstein und unterstützt durch ehrenamtliche Arbeit.

Was soll in dem Film aber nun gezeigt werden? Das Freibad, die Wigrow, das Vereinsleben bei der Feuerwehr und dem Musikverein – so lauteten die Antworten von Frauke, Robin, Mathilda, Hannae und Tino. Auch das „Kaff-Leben“ soll deutlich werden: „Wir haben zwar eine echt gute Internetverbindung, dafür fahren bei uns aber ab 22 Uhr keine Busse mehr“, sagt Tino. In Müsen gebe es auch kein „anonymes Leben“: „Jeder kennt jeden“, sagt Robin. Frauke notiert währenddessen fleißig die Ideen auf einem Plakat. Nicht zu unterschätzen sei der Dorftratsch, sagt Mathilda über den „Müsen Rundfunk“. Robin scheint nicht abgeneigt, mit einer Drohne zu filmen. Viele Ideen, viel Kopfarbeit – da lösen sich die bereitgestellten Schokoriegel praktisch von allein in Luft auf. „Wir wollen ein actionreiches und traumhaftes Müsen zeigen“, sagt Frauke.

Die anderen Gruppen heben den gemütlichen, friedlichen, naturnahen, gemeinschaftlichen Charakter des Dorfes hervor. Ganz einig werden sich die Jugendlichen zwischen 13 und 18 Jahren bei der Art der Darstellung auf Anhieb nicht: Filmhelden in Müsen könnten „peinlich“ oder zu „abgespaced“ wirken, wenn es keinen klaren Rahmen gäbe.

Zeit bis Anfang September

Wie sie sich auch entscheiden, es liegt viel Arbeit vor ihnen: Sie entwickeln einen inhaltlichen Plan, drehen und schneiden die Szenen und stellen den Film bis Anfang September fertig.

„Wir möchten der Jugend ein Betätigungsfeld geben und erfahren, wie sie Müsen sehen“, sagt Jens Weigand, zweiter Vorsitzender der Dorfgemeinschaft Müsen. Die Jugendlichen können zudem etwas über die Macht der Medien erfahren: „Sie bekommen einen kritischen Blick – indem sie sehen, dass das ,Was’ und ,Wie’ man etwas zeigt, stark beeinflussen können“, sagt der Film- und Videodienstleister, Rainer „Zipp“ Fränzen. Er selbst dreht beispielsweise Werbe- und Imagefilme und kann daher das Projekt tatkräftig mit seinem Fachwissen unterstützen.

Die Idee für einen Film aus Jugendperspektive hatte Tobias Gläser von der evangelischen Gemeinschaft Müsen bereits 2014, nun könnte der Film gegebenenfalls ein Baustein für die erneute Teilnahme am Kreiswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ 2017 bilden. Vorrangig sei der Film aber für die Jugendlichen selbst, erklärt Jens Weigand. Sie sollten diesen „als ihr eigenes Werk begreifen“, sagt Tobias Gläser. Durch den Film könnten vielleicht auch die Großeltern einen neuen Blick auf Müsen bekommen, erklärt Tobias Stötzel, Jugendwart beim TuS Müsen.

Quelle: derwesten.de, 25.05.2015

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