n dem weiten Tal bei Müsen wohnten in früherer zeit drei Leute verstreut, nämlich beim "runden Wäldchen" der Wüstenhöfer, bei "Feldmanns Tannen" der Neckebur und bei "Hennchens"; der Michel Müsse. Da ihnen ihre Einsamkeit leid wurde, kamen sie überein, ihre Wohnstätte beisammen zu bauen und sich am Bach niederzulassen. Michel Müsse griff das Werk sofort an und hatte sein Haus schon unter Dach und Fach gebracht, als die anderen eben das Fundament beendeten. Nachdem auch sie ihre Häuser fertig hatten, beschlossen sie, ihrer neuen Ansiedlung einen Namen zu geben. Sie nannten sie, Michel Müsse zu Ehren, weil es sein Grund war, wohin man gebaut hatte und weil sein Haus zuerst fertig war: Müsse. Aus diesem Wort soll sich dann der Name Müsen entwickelt haben (Müsen wurde im 13. Jahrhundert noch Müsse geschrieben).

Aus: Siegerländer Sagen, gesammelt von Gerhard Schrey, erschienen 1912 im Montanus Verlag Siegen.