Bereits vor 700 Jahren wurde in
die Grube Stahlberg eingefahren

Müsen.   Für den 1. und 2. Juni wird wieder einmal zum Grubenfest rund um das Müsener Stahlbergmuseum eingeladen. Aber dieses Grubenfest soll und wird ein wenig anders sein als die vorherigen.

Der größte Wunsch der Veranstalter geht Richtung Himmel. Am kommenden Wochenende soll das Wetter bitte nicht so ausfallen, wie am 26. Mai. Für den 1. und 2. Juni wird wieder einmal zum Grubenfest rund um das Müsener Stahlbergmuseum eingeladen. Aber dieses Grubenfest soll und wird ein wenig anders sein als die vorherigen. Größer vor allem. Gefeiert werden runde 700 Jahre Grube Stahlberg. Und zu diesem Anlass haben sich die Veranstalter einiges einfallen lassen.

Hintergrund ist die erstmalige urkundliche Erwähnung des Stollens am 4. Mai 1313 als „Stenberge zu Muzen“. Da stehe vielleicht nicht Stahlberg, aber das sei dasselbe, versichert Rolf Golze, stellvertretender Vorsitzender des „Altenberg-Stahlberg“-Vereins. Er gehört zu den treibenden Kräften, das Jubiläum mit einer großen Feier zu begehen, die gleichzeitig der Schlusspunkt einer anderen Veranstaltung sein soll.

Montanhistorik-Workshop

Vom 28. Mai bis zum 1. Juni wird der 16. Internationale Bergbau- und Montanhistorik-Workshop mit Gästen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz im ehemaligen Bergrevier Müsen abgehalten. Erstmals überhaupt in der erweiterten Region, unterstreichen die Siegerländer stolz. Mit dem großen Grubenfest können sie ihren Gästen einen Abschluss der besonderen Art bieten. Und nicht nur denen natürlich.

„Wir hatten schon lange kein richtiges Dorffest mehr. Wir wollen das Miteinander stärken und auch das Bewusstsein der Menschen für die Geschichte und Tradition“, fasst Uli Bensberg für den Festausschuss den tieferen Sinn des Projekts zusammen, das rund eineinhalb Jahre Vorbereitungszeit hatte. 20 Gruppen und Vereine haben sich engagiert und werden sich vor allem am Sonntag in Form eines „stehenden Festzugs“ mit ebenso vielen Ständen vor dem Museum und vor allem entlang der Glück-Auf-Straße präsentieren. „Zum Teil auch schon am Samstag“, ergänzt Bensberg.

Auftakt ist am Samstag, 1. Juni, um 16 Uhr mit dem Fassanstich durch den Bürgermeister. Danach gibt es Musik mit drei Bands, die im Umkreis des Museums ihre Probenräume haben. Spielen werden die „Redhair Mountain Devils“, „Zum Horst“ und zum Abschluss „The Pearls“. Zwischendurch, gegen 21.30 Uhr, soll die große Bergparade starten, ein bergmännischer Aufmarsch mit musikalischer Unterstützung durch den Musikverein und das Tambourcorps Müsen. Als ältester Verein des Ortes wird natürlich auch der 1867 gegründete Gesangverein „Glück auf“ bei diesem Anlass nicht fehlen.

Das Programm am Sonntag, 2. Juni, beginnt um 10 Uhr mit einem Gottesdienst unter freiem Himmel auf der Stollenhalte. Ab 11 Uhr spielen danach Musikverein und Tambourcorps zum Frühschoppen auf.

Die erwähnten Stände im „stehenden Festzug“ sollen über das Leben und Arbeiten im Bergbaurevier informieren. Ein heimisches Unternehmen ist dabei.

Auswirkung auf die Entwicklung

„Der Erzabbau hatte starke Auswirkungen auf die Wirtschaftsentwicklung im nördlichen Siegerland. Bis heute. Das wollen wir zeigen“, sagt Rolf Golze und bedauert, dass die anderen angesprochenen Firmen aus Zeitmangel abgesagt hätten. Unter anderem präsentiert aber die Grundschule die Ergebnisse einer Projektwoche.

„Weitere Objekte der Schule zeigen wir auch nebenan in der Alten Menage“, zeigt Rolf Golze auf das derzeit leerstehende Gebäude, das zu den imposantesten erhaltenen Bauten aus jener Zeit gehöre.

Sie haben viel Arbeit und Herzblut in die Vorbereitungen gesteckt: Birthe Flack, Rolf Golze, Rolf Müller, Uli Bensberg und Jens Weigand (v. l.). Zwischen Museum und Alter Menage (im Hintergrund) wird es am Wochenende sehr lebendig.

Quelle: Fotos + Text von Michael Kunz, Westfalenpost (www.derwesten.de), 26.05.2013