Geschlossene Gesellschaft

Dahlbruch. Müsener, die gerne Fußball spielen möchten, müssen weiter nach einer Möglichkeit Ausschau halten. Der Sportausschuss lehnte die Nutzung der Winterbach-Arena ab.

js - Die Winterbach-Arena wird den Müsenern nicht die Suche nach dem Standort für einen Bolzplatz ersparen. Der mit Kunstrasen belegte Dahlbrucher Sportplatz wird weiterhin exklusiv von den beiden örtlichen Fußballvereinen, dem TuS Dahlbruch und Schülern benutzt. Die per Bürgereingabe geforderte Erweiterung des Nutzerkreises fand im Sportausschuss keine Mehrheit. Ob der letztlich entscheidende Hauptausschuss Ende Januar zu einer anderen Einschätzung kommt, ist fraglich.

Ulrich Bensberg forderte "Satzungsänderung auf Probe"

"Augenscheinlich besteht in Müsen noch immer der Bedarf an einem Bolzplatz", sagte Stadtrat Udo Hoffmann. Daher solle man sich bemühen, einen Standort für einen solchen zu finden. Hoffmann hatte bereits in seiner Vorlage klargestellt, dass neben den Einwänden der Fußballvereine und der Nachbarschaft schon allein die sensible bauliche Beschaffenheit des Platzes spreche - diese sei ein Wert, den es zu erhalten gelte. Ulrich Bensberg (UWG), Ausschussmitglied und zugleich Vertreter der antragstellenden Bürgerinitiative "Müsener für Müsen", erinnerte an das grundlegende Ansinnen, eine vorhandene, aus öffentlichen Mitteln finanzierte Einrichtung zu nutzen, statt auf Pump in einen Bolzplatz zu investieren. Er könne sich die Ausweitung des Nutzerkreises abseits der ohnehin schon blockierten Zeiten auch als "Satzungsänderung auf Probe" vorstellen.

Natusch sprang Bensberg zur Seite

Die SPD lehne den Antrag strikt ab, ließ Michael Stötzel wissen. Der komplett ausge- und fast schon überlastete Platz schließe jede weitere Nutzung aus. "Wir sollten lieber gemeinsam nach einer Fläche für einen Bolzplatz suchen." Genau darin liege seit Jahren das Problem, entgegnete Christiane Natusch (Grüne), die als einziges Mitglied des Gremiums dem Antragsteller zur Seite sprang. Die städtische Infrastruktur müsse auch den nicht in den Vereinen aktiven Bürgern zur Verfügung stehen. Dies sei auch auf dem inzwischen abgeriegelten Sportplatz Hilchenbach nicht einzusehen. Auch andere kommunale Einrichtungen wie Turnhallen seien nicht von jedermann nutzbar, führte Udo Hoffmann an. Stadtsportverbandsvorsitzender Otto Stein ergänzte, dass bei der Ausstattung der Arena an Vereinsarbeit gebundene Fördermittel vom Landessportbund geflossen seien.

"Sechs Balken aufeinander nageln"

Christian Gerhard (CDU) warnte davor, den Kunstrasenplatz durch eine weitere Öffnung frühzeitig abzunutzen. "Eine Erneuerung wird dann teurer als der Bau eines Bolzplatzes." Der Fußballplatz sei ein Schatzkästchen, um den Hilchenbach lange gekämpft habe, sagte Peter Gebhardt (FDP). Die Müsener müssten es "doch auf die Reihe bekommen, sechs Balken aufeinanderzunageln". Jeder blieb bei seiner Meinung: Lediglich Bensberg und Natusch widersetzten sich der von der Verwaltung empfohlenen Ablehnung des Bürgerantrags.

Quelle: Siegener Zeitung, 16.11.2012

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