Protokoll vom 15. Dorfgespräch "Müsener für Müsen"

Information – Diskussion – Aktion - Vereins- und Partei-Übergreifend

Themen:

Mösener Platt – Referentin: Petra Sohlau-Riebel, Universität Siegen
Neues vom Altenbergturm
Entwicklungen rund um das Bürgerhaus Müsen
Entwicklungen in der evangelischen Kirchengemeinde

Begrüßung durch Uli Bensberg, anschließend Einführung ins Thema „Siegerländer Sprachatlas“ durch Klaus Rieke.

Petra Sohlau-Riebel referiert über eine Datenerhebung zum Siegerländer Platt. Bei diesem Forschungsprojekt wurden 32 Ortschaften und ihre Sprache untersucht.

Das Projekt wurde angestrebt, weil das Siegerland unterhalb der sogenannten „Benrather Sprachlinie“ liegt und einen moselfränkischen Dialekt hat. Der Bereich des Moselfränkischen reicht bis Luxemburg. Das Wittgensteiner Land gehört sprachlich zum rheinfränkischen Bereich und damit zu einem ganz anderen Sprachgebiet.

Abgefragt wurden mehrere hundert Fragebucheinträge, ortstypische Redewendungen, Schimpfworte und Verben. Dazu kommen die sogenannten „Wenker-Sätze“, die vom Sprachforscher Wenker vor über 100 Jahren auch nach Müsen verschickt wurden, so dass ein Vergleich der Müsener Sprache zwischen jetzt und früher möglich ist.

Der Sprachatlas ist im Internet einzusehen unter der Homepage www.mundart.sisal.uni-siegen.de. Dieser Atlas soll im September 2015 fertig sein und wird über 800 Karten umfassen. Der Atlas ist allerdings nur über den Internet-Browser Mozilla Firefox anzusehen, nicht über den Internet-Explorer. erwird am tag der offenen Uni präsentiert.

Die Referentin präsentierte viele Sprachbeispiele, die in sehr vergnüglicher Weise die zum Teil extremen Unterschiede in den Dialekten der einzelnen Orte aufzeigten. Besonders interessiert zeigte sich die Runde bei der Müsener Version des Wenker-Satzes „Ich hau dir einen Kochlöffel um die Ohren, du Affe“ und anderen Redewendungen.

Klaus Rieke bedankte sich bei der Referentin mit einem Exemplar des Müsen-Films.

Uli Bensberg leitete über zum Thema „Neues vom Altenbergturm“ und bedankte sich dabei auch der Freiwilligen Feuerwehr Müsen für die Gastfreundschaft hinsichtlich der Dorfgespräche.

Dr. Rolf Müller informierte über die Entstehung des Altenberg-Turms. Im Anschluss an die Ausgrabungen in den 70er Jahren wurde der Turm unter der Federführung des Altenberg-Stahlbergs-Vereins auf dem Grabungsgelände errichtet. Die Sparkasse Hilchenbach beteiligte sich damals in hohem Maße.
Die Wertschätzung des Altenberg-Geländes zeigte sich durch die sehr hohen Besucherzahlen bei verschiedenen Festen, die über die Jahre auf dem Altenberg stattfanden. Dr. Rolf Müller betonte die große Beteiligung und Unterstützung der Müsener Vereine bei den Festen. 2006 wurden große Schäden an der Holzkonstruktion festgestellt und der Turm anschließend 2008 abgebrochen.
Durch die Zuwendungen vom Grubenfest und einiger Spenden beträgt heute der Kontostand zugunsten eines Turmneubaus 23575 €. Ein erster Neu-Entwurf des Architekten Leinung sah eine Holzkonstruktion vor, allerdings entschied sich der Altenberg-Stahlbergverein-Verein für eine Stahlkonstruktion, auch aus Vandalismusgründen. Denkbar ist eine Ausführung der Turmgeländer aus Holz. Das finanzielle Gesamtvolumen umfasst ca. 55000 €.

2014 wurde ein Antrag an die NRW-Stiftung um Förderung gestellt; über den Antrag wird im Juli 2015 entschieden. Die Förderungshöhe beträgt voraussichtlich 45000 €, so dass im Idealfall die Finanzierung steht. Neben der eigentlichen Konstruktion des Turms sind im Finanzvolumen die Statik, die Planung und  die Fundamentierung enthalten.
Von Seiten der Baubehörden und der Kommune gibt es auf Voranfrage keine Hemmnisse für den Bau.
Im Idealfall könnte der Turm noch im Spätherbst 2015 gebaut werden können.

Ein Altenbergfest steht erst im Jahr 2016 im Blick.
Aktuell plant der Verein eine Erneuerung der Beschilderung des Grabungsgeländes , Überholung der Absturzsicherungen und die Pflege des Geländes.

Angeregt wird aus dem Plenum eine Internet-Webcam, um dem Vandalismus einen Riegel vorzuschieben.
Von Seiten der Haubergsgenossenschaft Müsen wurde eine Holzspende für den Turm angeboten, ebenso gab es Spendenangebote aus Littfeld.

Eine Fahrt zum Bergbaumuseum Bochum als Dorf-Fahrt unter der Regie des Altenberg-Stahlberg-Vereins wird angeregt, um die dort präsentierten Funde aus den Ausgrabungen vom Altenberg zu besichtigen.

Uli Bensberg bedankte sich bei Dr. Rolf Müller und wertschätzte die Arbeit des Altenberg-Stahlberg-Vereins.

Jens Weigand berichtete von den Entwicklungen rund um das Bürgerhaus Müsen. Entgegen mancher Gerüchte ist das Bürgerhaus weiterhin für Feste und Feiern buchbar. Der aktuelle Vorstand wird 2016 zurücktreten, wie die weitere Entwicklung sein wird, ist noch offen.
Es wird auf die Problematik hingewiesen, dass das Bürgerhauses aus der Motivation heraus entstand, dem Dorf eine Möglichkeit zu geben, große Feste feiern zu können.
Als Veranstaltungsort scheint das Haus „nicht im Dorf angekommen“ zu sein. Außer dem Musikverein und dem Gesangverein wird das Haus kaum von den Ortsvereinen genutzt. Eher gehen die Vereine in die Gebäude des TuS oder sogar in die Rothaarstuben in Dahlbruch.

Es wird am 24.3. eine Versammlung der Ortsvereine geben, bei der die Situation um das Haus in der Öffentlichkeit besprochen werden kann. Es wird herzlich darum gebeten, sich zu diesem Termin einzufinden.

Die Zukunft des Bürgerhauses wirft ein Licht auf die Gesamtsituation der öffentlichen Gebäude im Dorf: Neben dem Bürgerhaus steht die Zukunft des evangelischen Gemeindehauses zur Diskussion; der Gasthof Wengenroth wird mit großer Wahrscheinlichkeit nicht wieder eröffnet werden können. Insgesamt bestehen große Sorgen hinsichtlich der Zukunft vieler öffentlicher Gebäude in Müsen.

Hans-Jürgen Klein von der Stadtverwaltung Hilchenbach berichtet von einem Gespräch des Kulturvereins mit der Stadt Hilchenbach. Die Stadtverwaltung möchte gern die Trägerschaft des Hauses weiterhin in der Hand der Müsener Vereine sehen.
Es wird deutlich herausgestellt, dass das Dorfgemeinschaftshaus Müsen baulich in sehr gutem Zustand ist und vom Kulturverein Müsen in sehr guter Weise kostendeckend bewirtschaftet wird (Das Müsener Haus ist in Hilchenbach das einzige Gemeinschaftshaus, das kostendeckend arbeitet!).

Eine intensive Diskussion über das Buchungsverhalten der öffentlichen Gebäude entwickelt sich: Das Haus wird von vielen Menschen als zu teuer empfunden. Allerdings zeigt sich bei einem Vergleich zu den Preisen anderer Säle, dass das Haus nicht wirklich teurer ist als andere vergleichbare Gebäude. Von Seiten des TuS wird betont, dass man keine Konkurrenz zum Bürgerhaus sein will, allerdings auch in enger Verbindung zu manchem Ortsverein steht, der Feierlichkeiten im TuS-Gebäude veranstaltet.
Das Bürgerforum Müsener für Müsen erklärt, warum man an anderen Orten als dem Bürgerhaus tagt. Das Forum ist kein Verein, hat also auch keine Einnahmen oder irgendwelche Möglichkeiten, Gelder für Raummieten bereitzustellen.
Das Forum ist ausschließlich auf die Gastfreundschaft anderer Müsener Vereine angewiesen und hat keine andere Möglichkeit, kostenfreie Veranstaltungen durchzuführen.

Aus dem Plenum wird angeregt, zu prüfen, welche Möglichkeiten es für Müsener im Allgemeinen und für die Müsener Vereine gibt, kostenfreie Veranstaltungen auch im Bürgerhaus durchführen zu können. Eine Idee könnte sein, dass alle Müsener Bürger mit einem regelmäßigen Einkommen einen Jahresbeitrag von 10 € geben könnten, um auch nicht finanzstarken Müsener Bürgern die Möglichkeit zu eröffnen, das Bürgerhaus für private Feiern nutzen zu können.

Uli Bensberg berichtet von einem Telefonat mit der Müsener Grundschule.
Trotz des Weggangs des Schulleiters Thomas Bosch nach Eichen ist die Situation der Schule „wohlgeordnet“ und dem Fortbestand der Schule steht momentan nichts im Wege.

Des Weiteren wird von den Entwicklungen in der evangelischen Kirchengemeinde berichtet. Im Presbyterium wird diskutiert, aus finanziellen Gründen zwei Gebäude zu schließen, voraussichtlich die Dahlbrucher Kirche und das Gemeindezentrum in Müsen.
Vergleichbar ist die Situation in der Kirchengemeinde Hilchenbach, die überlegt, das Gemeindehaus „An der Sang“ zu schließen.

Es wäre sehr wünschenswert, dass die allgemeine Entwicklung der kirchlichen Gebäude auch von der Kommunalpolitik aufgegriffen wird und zum öffentlichen Thema gemacht wird.
Hans-Jürgen Klein weist darauf hin, dass Gespräche zwischen Vereinen bzw. Kirche, die sich um ihre Zukunft sorgen, überaus wünschenswert wären. Es hat wohl Gesprächsangebote seitens der Stadt gegeben, die bislang noch nicht auf fruchtbaren Boden fielen.

Die Idee, das Müsener Gemeindehaus zu schließen, wird konstruktiv kritisch diskutiert. Es wäre wünschenswert, dass „das große Ganze“ der negativen Entwicklung der Gebäude im Dorf in einer intensiven Diskussion bearbeitet wird.

Jens Weigand regt an, u.a. auch die Kirchengemeinde in der öffentlichen Diskussion „zu umarmen“, und „im Sinne der Nächstenliebe offen auf die Kirchenvertreter“ zuzugehen.

Zum Schluss wird zum 2. Müsener Kaffeekonzert am 22.3. um 14.30 Uhr eingeladen, das im im Bürgerhaus Müsen stattfindet. Im Eintritt von 7 € ist schon das Kaffeetrinken enthalten.

Ebenfalls am 22.3. wird vom Schützenverein ab 11 Uhr zum Ostereierschießen eingeladen.
Zum Hilchenbacher Frühjahrsputz am 21.3. wird auch in Müsen eingeladen. Treffpunkt ist um 10 Uhr in der Dorfmitte.

Es wird angestrebt, in der Dorfmitte und im Freibad ein offenes kostenfreies WLAN-Netz (ein so genannter „Hotspot“) in Kooperation mit dem Verein „Freifunk-Siegerland“ einzurichten.

Das nächste Dorfgespräch findet am 12.6. um 19 Uhr im Schulungsraum der Freiwilligen Feuerwehr Müsen statt. Dazu wird ausdrücklich eingeladen.
Uli Bensberg beschließt das Dorfgespräch  um 21.45 Uhr und bedankt sich bei den Referenten und allen Anwesenden für ihr Kommen.

Glück Auf
Euer Team

Termin für das nächste Bürgerforum:
Freitag 12.06.2015, 19.00 Uhr, Schulungsraum der Freiwilligen Feuerwehr

Joomla templates by a4joomla